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Schlechtes Arbeitszeugnis: Was nun?
So gehen Sie richtig mit einem schlechten Arbeitszeugnis um
Hier unser Rat, wie Sie Ihr qualifiziertes Arbeitszeugnis aktiv verbessern können. Identifizieren Sie zuerst alle formellen und inhaltlichen Fehler in Ihrem Arbeitszeugnis. Erkennen Sie etwaige verborgene Aussagen im, oft fälschlicherweise, sogenannten Geheimcode. Erstellen Sie eine Liste aller Fehler und verlangen Sie von Ihrem Arbeitgeber eine Korrektur. Wenn sich der Arbeitgeber weigert, können Sie bei einem ungerechten Arbeitszeugnis rechtliche Schritte einleiten. Wenn alles nichts hilft und das Zeugnis bleibt, wie es ist, müssen Sie andere Wege gehen, um zukünftige Arbeitgeber zu überzeugen.
Zeugnis prüfen
Formale Fehler, wie Rechtschreibfehler oder falsche Angaben zur Dauer des Arbeitsverhältnisses oder inhaltliche Fehler, wie eine falsche Jobbezeichnung oder Aufgabenbeschreibungen, unvollständige Angaben zu Leistung und Verhalten, ein falscher Titel des Dokuments, wie "Zwischenzeugnis" oder "Endzeugnis" sind mit etwas Mühe zu finden. Achten Sie auch darauf, dass das Zeugnisdatum korrekt und sinnvoll ist.
Codierungen erkennen
Bei Formulierungen wie „bemüht sich“ statt „erfolgreich“ handelt es sich um eine versteckte Kritik. In negativen Zeugnissen werden die Schwächen betont und es gibt die Tendenz, negative Eigenschaften in positiver Sprache zu verpacken. Indirekte Aussagen wie "Er war stets bemüht" sind ein oft verwendetes Codewort für „nicht ausreichend“. Das Fehlen von Lob oder positiven Aspekten kann ebenfalls negativ gedeutet werden.
Korrektur verlangen
Nun ist es an der Zeit, den Arbeitgeber höflich und respektvoll um eine Änderung des Arbeitszeugnisses zu bitten. Geben Sie ihm eine genaue Erläuterung, welche Punkte geändert werden sollen. Weisen Sie auf Missverständnisse oder fehlerhafte Formulierungen hin und setzen Sie eine angemessene Frist zur Korrektur. Zeigen Sie Ihre Bereitschaft, mögliche Missverständnisse aus der Welt zu schaffen.
Zeugnisanalyse durch Experten
Falls Sie es sich nicht zutrauen, das Arbeitszeugnis selbst zu untersuchen, ziehen Sie am besten einen erfahrenen Fachanwalt für Arbeitsrecht hinzu. Der ist gewiss in der Lage, alle negativen Formulierungen zu identifizieren und die Zeugnissprache richtig einzuordnen. Er nutzt Musterzeugnisse zum Vergleich und leitet bei Bedarf die notwendigen juristischen Maßnahmen ein.
Frist zur Änderung
Setzen Sie eine angemessene Frist von vielleicht zwei Wochen für die Änderungen. Sie haben ein Recht darauf, Fehler in einem Arbeitszeugnis korrigieren zu lassen. Senden Sie die Bitte um Korrektur per Einschreiben, um rechtlich abgesichert zu sein. So können Sie den Arbeitgeber nach Ablauf der Frist an die Korrektur erinnern, falls keine Reaktion erfolgt ist.
Gerichtliche Schritte
Falls alle Bemühungen ergebnislos bleiben, können Sie das Arbeitszeugnis vor dem Arbeitsgericht anfechten. Allerdings sind Sie in der Beweispflicht und benötigen Arbeitsprotokolle und andere Dokumente, um Ihre Klage zu untermauern. Eventuell können Sie wegen des unangemessenen Arbeitszeugnisses sogar eine Entschädigung für erlittene Nachteile einklagen. Jedoch sollten Sie sich wegen der Kosten überlegen, ob sich der Gang vor Gericht lohnt.
Referenzen und Erklärungen
Wenn es bei dem unbefriedigenden Zeugnis bleibt, können Sie positive Aussagen von Kollegen als Unterstützung nutzen oder sich schriftliche Bestätigungen von früheren Vorgesetzten einholen. Vielleicht gibt es ja auch schriftliche Bestätigungen von besonderen Leistungen oder Erfolgen oder Dokumentationen von positiven Rückmeldungen aus Projekten oder Aufgaben. Daneben lohnt es sich, Kontakte zu pflegen und ein Netzwerk für zukünftige Referenzen und Jobs aufzubauen. Viel können Sie auch im Vorstellungsgespräch erklären. Dabei ist es wichtig sachlich zu bleiben und nicht schlecht über den vorherigen Arbeitgeber zu sprechen, auch wenn er Ihnen ein schlechtes Arbeitszeugnis ausgestellt hat.
Selbstbewusstsein zeigen
Am Ende wiegt es im Vergleich zu einem Arbeitszeugnis viel schwerer, wenn Sie sich im Vorstellungsgespräch gut präsentieren. Zeigen Sie, dass Sie sich verändert und weiterentwickelt haben, betonen Sie Ihre Stärken und bisherigen Erfolge, nennen Sie Beispiele für erbrachte Leistungen oder erfolgreiche Projekte und treten Sie optimistisch, mit lösungsorientierter Einstellung auf.
Sollten Sie Fragen zu qualifizierten Arbeitszeugnissen oder anderen arbeitsrechtlichen Themen haben, rufen Sie bitte einen Fachanwalt für Arbeitsrecht der ArbeitnehmerHilfe e.V. an. Unsere Anwälte erreichen Sie von Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr unter der Nummer 0800-7236910.
ArbeitnehmerHilfe e.V.: Kompetente, zuverlässige und unkomplizierte Beratung durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht!
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