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Arbeitszeugnis – Fristen nach der Kündigung

Fachanwälte für Arbeitsrecht beraten Arbeitnehmer zum Arbeitszeugnis deutschlandweit

Jeder Arbeitnehmer hat das Recht, nach einer Kündigung ein qualifiziertes Arbeitszeugnis von seinem bisherigen Arbeitgeber zu verlangen. Dieser hat die Pflicht es auszustellen. Doch es gilt beim Einfordern des Zeugnisses Fristen und Verjährungen zu beachten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Arbeitszeugnis richtig anfordern, welche gesetzlichen Vorgaben zu beachten sind und was zu tun ist, wenn das Zeugnis nicht kommt? Oft ist von Geheimcodes und versteckten Formulierungen im qualifizierten Arbeitszeugnis die Rede. Erfahren Sie, ob da was dran ist und wie Sie Ihr Zeugnis richtig lesen.

Anforderung des Arbeitszeugnisses

Ein Arbeitnehmer kann das qualifizierte Arbeitszeugnis nach der Kündigung verlangen, denn er hat ein gesetzlich verankertes Recht darauf. Der Antrag auf das Zeugnis muss in der Regel schriftlich beim Arbeitgeber gestellt werden. Direkt nach Kündigung oder nach dem letzten Arbeitstag ist der richtige Zeitpunkt dafür. Um die Anforderung später beweisen zu können, empfiehlt es sich, den Antrag per E-Mail oder Einschreiben zu stellen.

Frist für die Antragstellung

Es existiert zwar kein gesetzlich festgelegter Zeitraum, aber üblicherweise sollte der Antrag auf das Arbeitszeugnis innerhalb von sechs Monaten nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses gestellt werden. Dieser Zeitraum wird von vielen Arbeitsgerichten akzeptiert und als angemessene Frist betrachtet. Das wird damit begründet, dass eine längere Wartezeit Erinnerungen des Arbeitgebers beeinträchtigen kann. Das ist jedoch nicht in Stein gemeißelt. Einige Arbeitgeber stellen Zeugnis aus Kulanz auch nach längerer Zeit aus. Etliche Tarif- und Arbeitsverträge sehen ohnehin abweichende Fristen vor. Bei einer zu späten Anfrage kann der Arbeitgeber die Erstellung verweigern.

Verjährung des Anspruchs

Der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis kann je nach Tarif- oder Arbeitsvertrag verfallen, häufig ist das nach drei Jahren der Fall. Das entspricht auch der allgemeinen Verjährungsfrist laut Bürgerlichem Gesetzbuch. Häufig werden im Tarifvertrag auch deutlich kürzere Fristen von zum Beispiel sechs Monaten genannt. In einem Arbeitsvertrag sind auch andere individuelle Fristvereinbarungen möglich. Die Geltendmachung des Antrags muss prinzipiell vor Fristablauf schriftlich erfolgen. Nach Fristablauf können keine rechtlichen Ansprüche geltend gemacht werden.

Arbeitgeberpflichten

Der Arbeitgeber muss grundsätzlich ein wohlwollendes und wahrheitsgemäßes Arbeitszeugnis ausstellen. Das heißt, seine Inhalte müssen der Realität entsprechen, es darf aber keine negativen Formulierungen oder so genannte Geheimcodes mit versteckten Bedeutungen enthalten. Die Sprache, in der das Arbeitszeugnis formuliert ist, muss verständlich und klar sein. Der Arbeitgeber haftet für falsche Angaben im Arbeitszeugnis. Enthält ein Zeugnis unrichtige Angaben oder entspricht es nicht der vorgeschriebenen Form, kann eine Korrektur verlangt werden. Ebenso kann der Arbeitnehmer eine Berichtigung verlangen, wenn er das Arbeitszeugnis für unangemessen hält.

Mit Eilverfahren zum Arbeitszeugnis

Bei unangemessenen Verzögerungen seitens des Arbeitgebers kann der betroffene Arbeitnehmer gerichtliche Schritte einleiten. Als erstes sollten Sie dem Arbeitgeber eine Erinnerung in Form einer schriftlichen Mahnung zukommen lassen und ihm darin eine angemessene Frist für die Ausstellung des Zeugnisses von zum Beispiel zwei Wochen setzen. Wenn der Arbeitgeber diese Frist verstreichen lässt, ist der nächste Schritt eine Zeugnisklage auf dem Arbeitsgericht. Falls Ihnen durch das fehlende Zeugnis ein Nachteil entsteht, können Sie Schadensersatz verlangen. Die Fachanwälte für Arbeitsrecht der ArbeitnehmerHilfe e.V. sind Ihnen gerne bei allen Schritten behilflich.



Kurze Frage - Schnelle Antwort

Wie lange hat der Arbeitgeber Zeit für ein Arbeitszeugnis nach Kündigung? Wann muss der Arbeitgeber spätestens ein Arbeitszeugnis aushändigen?  - Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Frist.  Von der Rechtsprechung wird eine Frist von zwei bis drei Wochen als angemessen betrachtet.

Wie lange hat man Zeit, gegen ein Arbeitszeugnis vorzugehen? - Wenn der Versuch mit einer außergerichtlichen Klärung nicht geklappt hat, sollten Sie sich nicht allzu lange Zeit für eine gerichtliche Anfechtung lassen. Die Arbeitsgerichte akzeptieren Zeugnisklagen in der Regel bis zu sechs Monate nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Wie lange kann ein Arbeitnehmer ein Arbeitszeugnis verlangen? Wann verfällt der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis? - Die gesetzliche Verjährungsfrist endet nach drei Jahren, danach haben Sie keinen Anspruch mehr auf ein Arbeitszeugnis.

Was tun, wenn ich kein Arbeitszeugnis bekomme? - Weigert sich der Arbeitgeber, ein Arbeitszeugnis zu erstellen oder entspricht es den gesetzlichen Anforderungen nicht, kann der Arbeitnehmer eine sogenannte Nacherfüllung oder eine Berichtigung des Zeugnisses verlangen.

Was tun, wenn man mit dem Arbeitszeugnis nicht einverstanden ist? - Falls sich das Problem in einem persönlichen Gespräch mit dem Vorgesetzten nicht klären lässt, sollten Sie das Arbeitszeugnis von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht prüfen lassen und dann eine Klage vor dem Arbeitsgericht in Erwägung ziehen.

Sollten Sie Fragen zum allgemeinen und besonderen Kündigungsschutz, den Fristen nach einer Kündigung oder anderen arbeitsrechtlichen Themen haben, rufen Sie bitte einen Fachanwalt für Arbeitsrecht der ArbeitnehmerHilfe e.V. an. Unsere Anwälte erreichen Sie von Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr unter der Nummer 0800-7236910.

ArbeitnehmerHilfe e.V.: Kompetente, zuverlässige und unkomplizierte Beratung durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht!


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