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Wieviel Erholungsurlaub, Resturlaub und Sonderurlaub kann ich für das Jahr 2022 einplanen?

Urlaub: Erholungsurlaub, Sonderurlaub, Bildungsurlaub und Freistellungen

Welche Urlaubsansprüche haben Arbeitnehmer? 
Kann der Arbeitgeber die Urlaubszeit vorschreiben? 
Wie viele Wochen Urlaub kann man am Stück nehmen? 
Wie wird der Urlaub bei einer Sechstagewoche berechnet?
Wann muss Urlaub beantragt und genehmigt werden?

Urlaub: Urlaubsanspruch, Urlaubsgeltendmachung und Urlaubsverfall

Wie viel Urlaubstage stehen mir zu? 
Wann hat man Anspruch auf 30 Tage Urlaub? 
Hat man ab 50 Jahre mehr Urlaubsanspruch? 
Wie viel Urlaub steht mir zu bei einer 40 Stunden Woche?
Wieviel Tage Urlaub bei Teilzeit- und Minijobs?
Wie wird der Urlaub anteilig berechnet?
Was passiert mit dem Resturlaub?

Urlaub: Urlaubsgeld, Urlaubsentgelt, Urlaubsabgeltung

Wie berechnet man das Urlaubsentgelt? 
Was ist der Unterschied zwischen Urlaubsentgelt und Urlaubsgeld? 
Was gehört zum Urlaubsentgelt? 
Warum bekommt man Urlaubsentgelt?
Wie berechnet man das Urlaubsentgelt?
Wann erfolgt die Auszahlung des Urlaubsentgelts?


Urlaub: Erholungsurlaub, Sonderurlaub, Bildungsurlaub und Freistellungen

Welche Urlaubsansprüche haben Arbeitnehmer?

Erholungsurlaub

Ist vom Urlaub die Rede, geht es gemeinhin um den Erholungsurlaub. In diesem sollen sich Arbeitnehmer unter fortlaufenden Bezügen von ihrer Erwerbstätigkeit erholen. Der Urlaub muss vom Arbeitgeber oder Dienstherren unter Fortzahlung der gewährt werden. Dabei lässt sich zwischen gesetzlichen und vertraglichen Urlaubsanspruch unterscheiden. Beim gesetzlichen Urlaubsanspruch handelt es sich um den Mindestanspruch auf Erholungsurlaub.

Der Anspruch auf Erholungsurlaub ist im Bundesurlaubsgesetz festgelegt und gilt bundesweit, ausnahmslos für alle Arbeitnehmer. Das heißt, die gesetzlichen Urlaubstage in NRW sind dieselben, wie in allen anderen Bundesländern. Minderjährigen und schwerbehinderten Arbeitnehmern stehen zusätzliche Urlaubstage zu. Über den Mindesturlaub hinausgehende Ansprüche können sich aus Arbeits- und Tarifverträgen ergeben.

Der Erholungsurlaub muss vom Arbeitnehmer beim Arbeitgeber beantragt werden. Der Arbeitgeber soll den Urlaub, wenn möglich, nach den Wünschen des Arbeitnehmers, gewähren. Ist der Urlaub genehmigt, kann das in der Regel nicht mehr rückgängig gemacht werden. Der Arbeitgeber darf seine Genehmigung nur widerrufen, wenn dringende Gründe dies erfordern. Erleidet der Arbeitnehmer dadurch materielle Verluste, muss der Arbeitgeber diese ersetzen.


Bildungsurlaub (Bildungsfreistellung)

Bildungsurlaub dient der beruflichen oder politischen Weiterbildung und soll das Konzept des lebenslangen Lernens fördern. Dieser ist Ländersache und wird dort durch Bildungsurlaubsgesetze geregelt. Arbeitnehmer haben in den meisten Bundesländern einen Anspruch auf Bildungsurlaub. Dort wird den Arbeitnehmern auf Grundlage von landesspezifischen Weiterbildungsgesetzen gewährt.

Der Anspruch beträgt fünf Tage pro Jahr, außer im Saarland, wo es sechs Tage sind. Ausnahmen sind die Freistaaten Bayern und Sachsen, in denen es keine gesetzlichen Regelungen für einen Bildungsurlaub gibt. Daneben gibt es im Betriebsverfassungsgesetz gesetzliche Regelungen für die Mitglieder von Betriebsräten und Beschäftigte des öffentlichen Dienstes (Bund).


Sonderurlaub

Sonderurlaub wird Arbeitnehmern aus Gründen gewährt, die in der Person des Arbeitnehmers liegen. Er beträgt in der Regel nur wenige Tage und wird nur dann vergütet, wenn im Einzelfall eine Anspruchsgrundlage dafür vorliegt. Ein solcher Vergütungsanspruch kann sich aus einem speziellen Gesetz, Regelungen im Arbeits- oder Tarifvertrag oder der Betriebsvereinbarung ergeben. Typische Gründe für Sonderurlaub sind:

●    schwere Erkrankung oder Tod des Ehegatten, eines Elternteils oder Kindes,
●    Betreuung eines erkrankten Kindes nicht gesetzlich versicherter Arbeitnehmer
●    eigene Eheschließung
●    Erfüllung religiöser Pflichten
●    Niederkunft der Ehefrau, nicht aber der Lebensgefährtin
●    Teilnahme an einer außergewöhnlichen Familienfeier
●    zum Teil auch die Durchführung eines Umzugs aus dienstlichen oder betrieblichen Gründen


Sonderurlaub für Bundesbeamte und Richter des Bundes und Soldaten

Die Gewährung von Sonderurlaub Bundesbeamte, Soldaten und Bundesrichter ist in der Sonderurlaubsverordnung geregelt. Darin werden Umstände aufgezählt, die eine Gewährung von Sonderurlaub rechtfertigen. Das sind:

●    Sonderurlaub zur Ausübung staatsbürgerlicher Rechte und zur Erfüllung staatsbürgerlicher Pflichten
●    Sonderurlaub zur Ausübung einer Tätigkeit in öffentlichen zwischenstaatlichen oder überstaatlichen Einrichtungen oder in einer öffentlichen Einrichtung eines Mitgliedstaates der Europäischen Union
●    Sonderurlaub zur Wahrnehmung von Aufgaben der Entwicklungszusammenarbeit
●    Sonderurlaub im Rahmen des Aufstiegs in eine Laufbahn des gehobenen oder höheren Dienstes
●    Sonderurlaub für Aus- oder Fortbildung
●    Sonderurlaub für fremdsprachliche Aus- oder Fortbildung
●    Sonderurlaub für Zwecke der militärischen und zivilen Verteidigung
●    Sonderurlaub für vereinspolitische Zwecke
●    Sonderurlaub zur Ableistung von Freiwilligendiensten
●    Sonderurlaub für eine Ausbildung zur Schwesternhelferin oder zum Pflegediensthelfer
●    Sonderurlaub für gewerkschaftliche Zwecke
●    Sonderurlaub für kirchliche Zwecke
●    Sonderurlaub für sportliche Zwecke
●    Sonderurlaub für Familienheimfahrten
●    Sonderurlaub aus dienstlichen Anlässen
●    Sonderurlaub aus medizinischen Anlässen
●    Sonderurlaub aus persönlichen Anlässen
●    Sonderurlaub in anderen Fällen


Sabbatical (Freistellungsjahr)

Beim Sabbatical handelt es sich um ein Arbeitszeitmodell für einen langen Sonderurlaub. Das Sabbatical beschreibt, einen umgangssprachlich als Auszeit bezeichneten, Zeitraum der Teilzeitarbeit oder Freistellung. Diese waren zunächst nur an den europäischen Hochschulen möglich. Inzwischen haben ebenso Angestellte im öffentlichen Dienst sowie Beamte diese Möglichkeit.

Letztere können sich für einen Zeitraum von zwei bis sechs Jahren zwei Drittel oder sechs Siebtel der Dienstbezüge auszahlen lassen. Anschließend können sie sich für ein Jahr freistellen lassen und bekommen in dieser Zeit die reduzierten Dienstbezüge ausgezahlt. Für die Inanspruchnahme des Sabbaticals durch Beamte gelten die Regeln des jeweiligen Bundeslands. Immer häufiger gibt es ähnliche Regelungen in der Wirtschaft, vor allem in den größeren Unternehmen. 


Sonderurlaub (Freistellung) für die ehrenamtliche Mitwirkung in der Jugendarbeit

Jugendarbeit wird als wichtig und deshalb förderungswürdig angesehen. In den einzelnen Bundesländern gibt es unterschiedliche Regelungen für die Freistellung von Mitarbeitern zur Mitwirkung in der Jugendarbeit. Die mögliche Anzahl der Freistellungstage reicht, je nach Bundesland, von fünf bis 15 Tage. In einigen Bundesländern haben die Freigestellten einen Anspruch auf Bezahlung des Sonderurlaubs.


Freistellungen aus anderen Gründen als Urlaub

Eine Freistellung erfolgt entweder einseitig durch den Arbeitgeber oder durch eine einvernehmliche Vereinbarung zwischen diesem und dem Arbeitnehmer. Eine Freistellung entbindet den Arbeitnehmer von seiner Pflicht zu arbeiten unter Fortzahlung der Bezüge, sofern die Freistellung nicht auf Wunsch des Arbeitnehmers erfolgte. Der Wunsch des Arbeitnehmers nach einer Freistellung ist oft die Betreuung von Kindern, eine lange Fortbildung oder Vorhaben, wie eine Weltreise, weil dafür der Erholungsurlaub nicht ausreicht. 

Je nach Umständen haben Arbeitnehmer Anspruch auf eine bezahlte oder unbezahlte Freistellung. Diese können sich aus Arbeits- und Tarifverträgen oder aus Betriebs- und Dienstvereinbarungen ergeben. Freistellungsgründe finden sich:

●    im Betriebsverfassungsgesetz: für die Tätigkeit im Betriebsrat sowie für Betriebsversammlungen sowie die Jugend- und Auszubildendenvertretung und die Jugend- und Auszubildendenversammlung
●    im Jugendarbeitsschutzgesetz für unter 18-Jährige: für die Teilnahme am Berufsschulunterricht, für Prüfungen und außerbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen
●    im Berufsbildungsgesetz: bezahlte Freistellung für die Teilnahme am Berufsschulunterricht und an Prüfungen, sowie bei unverschuldeter Verhinderung
●    in den Personalvertretungsgesetzen
●    im Arbeitsplatzschutzgesetz
●    im Sozialgesetzbuch (SGB): unter bestimmten Umständen für die Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege eines erkrankten Kindes, für Schwerbehindertenvertretung und Vertrauenspersonen der schwerbehinderten Menschen
●    im Mutterschutzgesetz: bezahlte Freistellung für Untersuchungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft
●    im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz: für Elternzeit und Großelternzeit
●    im Pflegezeitgesetz: bei kurzfristiger Arbeitsverhinderung und für die Pflegezeit
●    im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB): bezahlte Freistellung bei vorübergehender Verhinderung durch einen in der eigenen Person liegenden Grund ohne eigenes Verschulden, zur Stellungssuche nach einer Kündigung sowie bei befristeten Verträgen von bis zu 10 Tagen bei mehrjährigen Arbeitsverhältnissen
●    in Landesgesetzen, wie Feuerwehrgesetz oder Katastrophenschutzgesetz

 

Kann der Arbeitgeber die Urlaubszeit vorschreiben?

Urlaubszeitraum nach Wünschen des Arbeitnehmers

Grundsätzlich müssen Arbeitgeber den Jahresurlaub nach den Wünschen der Beschäftigten gewähren. Nur wenn die dringenden betrieblichen Belange entgegenstehen, darf er von den Wünschen der Mitarbeiter abweichen.


Zwangsurlaub

Wenn betriebliche Belange, wie die betriebliche Organisation, technische Arbeitsabläufe, die Auftragslage oder ähnliche Umstände vorliegen, darf der Arbeitgeber Urlaub anordnen. Ein kurzfristiger Auftragsmangel oder Betriebsablaufstörungen sind kein hinreichender Grund für einen Zwangsurlaub. Schließlich soll das Betriebsrisiko nicht auf die Arbeitnehmer abgewälzt werden. Laut dem Bundesarbeitsgericht, darf der Arbeitgeber höchsten zwei Fünftel des Jahresurlaubs bestimmen. Über die restlichen drei Fünftel sollen die Arbeitnehmer selbst bestimmen.


Betriebsferien

Betriebsferien dürfen nur unter Einhaltung einer angemessenen Frist, üblicherweise vor Beginn des Kalenderjahres, vom Arbeitgeber angeordnet werden, damit den Arbeitnehmern genügend Zeit bleibt, sich darauf einzustellen. Nur wenn es eine Betriebsvereinbarung über Betriebsferien gibt, muss der Arbeitgeber keine betrieblichen Belange dafür nachweisen.


Betriebsferien wegen Corona

Ob Betriebseinschränkungen wegen der Corona-Krise die Anordnung von Betriebsferien rechtfertigt, ist zumindest fraglich. Möglicherweise sehen Gerichte wegen der Corona-Situation kürzere Fristen für die Anordnung von Betriebsferien als angemessen an. Liegen allerdings keine dringenden betrieblichen Belange für Betriebsferien vor, führt deren Anordnung zu einem Annahmeverzug des Arbeitgebers.

 

Wie viele Wochen Urlaub kann man am Stück nehmen?

Urlaub am Stück

Gibt es einen Anspruch auf Urlaub am Stück? Grundsätzlich schon, denn im Bundesurlaubsgesetz steht, dass der Urlaub zusammenhängend gewährt werden muss. Das bedeutet konkret, dass Ihnen mindestens zwei zusammenhängende Wochen Urlaub gewährt werden müssen.


Drei Wochen Urlaub am Stück

Was ist zu tun, wenn ein Arbeitnehmer drei Wochen Urlaub am Stück nehmen möchte? Das Bundesurlaubsgesetz sieht lediglich zwei Wochen zusammenhängenden Urlaub vor. Allerdings geht aus diesem auch hervor, dass der Arbeitgeber den Urlaub entsprechend der Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu gewähren hat. Wenn er es nicht tut, muss er dafür Gründe vorbringen.

 

Wie wird der Urlaub bei einer Sechstagewoche berechnet?

Gesetzliche Urlaubstage berechnen

Die gesetzlichen Urlaubstage zu berechnen scheint nicht so schwer. Das Bundesurlaubsgesetz wurde in einer Zeit geschaffen, in der eine Sechs-Tage-Woche üblich war. Auf diese bezieht sich dann auch die Dauer des gesetzlichen Mindesturlaubs von 24 Tagen. Daraus ergibt sich ein insgesamt vierwöchiger Urlaub. Dieser Mindesturlaub bleibt auch bestehen, wenn eine Woche weniger als sechs Arbeitstage hat. Der Extremfall ist, wenn die Woche nur einen Arbeitstag hat. Dann beträgt der Mindesturlaub nur vier Tage.

 

Wann muss Urlaub beantragt und genehmigt werden?

Beantragung von Urlaub

Arbeitnehmer sollen ihren Urlaub möglichst frühzeitig und mindestens 14 Tage vor dessen gewünschtem Beginn beantragen. Idealerweise geschieht dies schon vor dem Jahreswechsel oder kurz danach. Der Urlaubsantrag kann mündlich oder schriftlich erfolgen. Wird der mündlich gestellte Urlaubsantrag nicht beantwortet, ist der Arbeitnehmer später auch nicht mehr daran gebunden. An einen schriftlichen Urlaubsantrag ist man jedoch gebunden, zumindest so lange, wie mit einer Antwort des Arbeitgebers normalerweise zu rechnen ist.


Genehmigung von Urlaub

Um ihren Urlaub planen zu können, wünschen sich Arbeitnehmer eine schnelle Annahme des Urlaubsantrags durch den Arbeitgeber. Das Bundesurlaubsgesetz sieht für die Genehmigung allerdings keine Frist vor. Jedoch gilt es als angemessen, wenn der Arbeitgeber innerhalb von zehn Tagen reagiert. Tut er es nicht, muss der Arbeitnehmer davon ausgehen, dass der Urlaub abgelehnt ist. Um seine Urlaubswünsche trotzdem durchzusetzen, erfordert den Gang zum Arbeitsgericht.


Selbstbeurlaubung

Wenn der Arbeitgeber Ihren Urlaubsantrag nicht genehmigt und Sie trotzdem der Arbeit fernbleiben, kann das ernsthafte Konsequenzen haben. Eine Selbstbeurlaubung kann zu einer Abmahnung und sogar zu einer außerordentlichen Kündigung führen.



Anspruch auf Erholungsurlaub: Geltendmachung und Verfall

Wie viel Urlaubstage stehen mir zu?

Gesetzlicher Anspruch auf Erholungsurlaub

Im Bundesurlaubsgesetz ist der Mindesturlaub auf 24 Werktage beziffert, allerdings von einer Arbeitswoche mit sechs Werktagen ausgehend. Bei der heutzutage weithin üblichen Fünftagewoche entspricht der gesetzliche Mindesturlaub 20 Werktage. Einfach ausgedrückt, stehen jedem Arbeitnehmer, unabhängig davon, wie viele Tage er pro Woche arbeitet, jährlich vier Wochen Erholungsurlaub per Gesetz zu.


Vertraglicher Anspruch auf Erholungsurlaub

Neben der gesetzlichen Regelung können Arbeits- und Tarifverträge von der gesetzlichen Regelung abweichen und dem Arbeitnehmer darüberhinausgehende Urlaubstage zusichern. Auf die vertraglichen zugesicherten Urlaubstage besteht ebenso ein Rechtsanspruch, wie auf die gesetzlichen. Ausgeschlossen ist, dass einem Arbeitnehmer weniger als der gesetzliche Mindesturlaub gewährt wird.


Sonderregeln für Minderjährige

Der Urlaubsanspruch für Minderjährige berücksichtigt deren besonders schutzwürdigen Interessen und trägt dem mit einem höheren Anspruch an Urlaubstagen Rechnung. Minderjährige die zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 16 Jahre alt waren, haben einen Mindesturlaubsanspruch von 30 Tagen. Waren sie zu diesem Zeitpunkt noch keine 17 Jahre alt beträgt der Mindesturlaub 27 Tage und bei unter 18-Jährigen 25 Tage. Dafür wird, wie üblich, die Sechs-Tage-Woche zugrunde gelegt.


Sonderregeln für Schwerbehinderte

Schwerbehinderte Arbeitnehmer, mit einem Behinderungsgrad von mindestens 50 Prozent haben Anspruch auf zusätzliche Urlaubstage. Laut dem Sozialgesetzbuch (SGB) steht ihnen eine zusätzliche Urlaubswoche zu. Ihr zusätzlicher Urlaubsanspruch beträgt demnach bei einer Sechstagewoche mindestens sechs Tage, bei einer Fünftagewoche fünf Tage und bei einer Viertagewoche vier Tage.

 

Wann hat man Anspruch auf 30 Tage Urlaub?

30 Tage Urlaub

Im Bundesurlaubsgesetz ist lediglich der zu gewährende Mindesturlaub vorgegeben. Davon kann in Tarif- und Arbeitsverträgen nach oben abgewichen werden. In vielen Verträgen gewähren die Arbeitgeber ihren Mitarbeitern 30 Tage Erholungsurlaub pro Jahr. Liegt eine solche vertragliche Urlaubsregelung vor, besteht für den Arbeitnehmer auch ein rechtlicher Anspruch auf die zusätzlichen Urlaubstage.

 

Hat man ab 50 Jahre mehr Urlaubsanspruch?

Urlaubsanspruch ab dem 50. Lebensjahr

Eine Staffelung nach dem Alter sieht das Bundesurlaubsgesetz nicht vor. Der gesetzliche Erholungsurlaub ist für jede Altersgruppe gleich. Ausnahmen gelten nur für Jugendliche und Schwerbehinderte. Allerdings sehen manche Tarifverträge zusätzliche Urlaubstage für ältere Arbeitnehmer vor. Zwischenzeitlich untersagte das Bundesarbeitsgericht solche Regelungen, nachdem ein Arbeitnehmer wegen Altersdiskriminierung klagte. Diese Ansicht wurde inzwischen revidiert. Nun wird es als angemessen erachtet, Arbeitnehmern ab 50. Jahre bis zu drei Urlaubstage zusätzlich zu gewähren. Das wird mit der abnehmenden Belastbarkeit und der erhöhten Regenerationszeit im Alter begründet.

 

Wie viel Urlaub steht mir zu bei einer 40-Stunden-Woche?

Urlaubsanspruch bei einer 40-Stundenwoche

Mit den Arbeitsstunden pro Woche lässt sich kein Urlaubsanspruch berechnen. Urlaub berechnet sich nicht nach Stunden, sondern nach der Anzahl der wöchentlich gearbeiteten Tage. Werden die 40 Stunden pro Woche an fünf Tagen geleistet beträgt der gesetzliche Urlaubsanspruch 20 Arbeitstage. Das entspricht einem jährlichen Erholungsurlaub von vier Wochen.

 

Wieviel Tage Urlaub bei Teilzeit- und Minijobs?

Urlaubsanspruch bei Teilzeit, Midi- und Minijobs

Beschäftigte in Teilzeit haben grundsätzlich denselben Anspruch auf Erholungsurlaub wie Vollzeitbeschäftigte. Das hat den einfachen Grund, dass der Urlaubsanspruch nicht von den geleisteten Arbeitsstunden abhängt, sondern anhand der Arbeitstage berechnet wird. Darum beträgt der gesetzliche Mindestanspruch an Erholungsurlaub für alle Arbeitnehmer vier Wochen pro Jahr.

 

Wie wird der Urlaub anteilig berechnet?

Urlaubsanspruch pro Monat

Laut Bundesurlaubsgesetz haben Arbeitnehmer pro geleisteten vollen Monat Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs. Doch wie wird der anteilige Urlaubsanspruch berechnet? Zum Beispiel wird nach einer Beschäftigungsdauer von fünf Monaten folgendermaßen berechnet: Fünf Monate geteilt durch zwölf Monate und multipliziert mit 20 Urlaubstagen, 8,33 Urlaubstage. Die werden kaufmännisch gerundet, das ergibt einen Urlaubsanspruch von acht Tagen.


Urlaubsanspruch in der Probezeit

Die Behauptung, neu eingestellte Arbeitnehmer hätten in der Probezeit keinen Anspruch auf Erholungsurlaub, ist falsch. Diese haben, wie alle Arbeitnehmer, pro voll geleisteten Arbeitsmonat Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs. Den erworbenen Anspruch können sie auch während der Probezeit beantragen, aber es steht dem Arbeitgeber frei, diesen zu gewähren oder zu verweigern. Das hängt jedoch nicht mit der Probezeit, sondern mit der sogenannten Wartezeit zusammen. Weil beide sechs Monate beträgt wird das oft verwechselt. Wird der Arbeitsvertrag während der Probezeit gekündigt, besteht ein Anspruch auf Teilurlaub. Dieser beträgt ein Zwölftel des Jahresurlaubs.


Urlaubsanspruch während der Wartezeit

Ab wann besteht ein Urlaubsanspruch für neueingestellte Mitarbeiter. Der gesamte Jahresurlaub kann nach Ablauf der sechsmonatigen Wartezeit beansprucht werden. Handelt es sich um einen auf sechs Monate befristeten Arbeitsvertrag, hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Teilurlaub für diesen Zeitraum, also mindestens von zehn Tagen, die ihm auch in der Wartezeit genehmigt werden müssen.

 

Was passiert mit dem Resturlaub?

Resturlaub

Was ist eigentlich Resturlaub? Resturlaub entsteht immer dann, wenn zum Jahresende noch nicht alle Urlaubstage gewährt oder genommen wurden oder wenn ein Arbeitsverhältnis durch eine Kündigung endet. Laut Bundesurlaubsgesetz gilt, dass der Jahresurlaub innerhalb des laufenden Kalenderjahres gewährt werden muss. Das gelingt nicht immer, sei es wegen einer Erkrankung des Arbeitnehmers während des Urlaubs oder wenn er aus betrieblichen Gründen nicht gewährt werden konnte. Obwohl im Bundesurlaubsgesetz alle Fälle geregelt sind, gibt es beim Thema Resturlaub immer wieder Kontroversen.


Resturlaub nach Ablauf des Kalenderjahres

Wurde der Erholungsurlaub im laufenden Kalenderjahr nicht gewährt und sind am Ende des Kalenderjahres noch Urlaubstage übrig, werden diese ins nächste Jahr übertragen. Der Resturlaub ist dann bis zum 31. März des folgenden Jahres zu gewähren. Nach dem Ablauf der drei Monate ist der Arbeitgeber zur Gewährung des Resturlaubs nicht mehr verpflichtet, sofern er die Unmöglichkeit nicht selbst zu vertreten hat. Wurde der gesamte Resturlaub nicht bis zum Stichtag genommen, verfällt er. Doch es gibt Ausnahmen.


Ausnahme vom Verfall des Resturlaubs wegen Wartezeit

Sofern der Arbeitnehmer seine Tätigkeit erst im Verlauf des Kalenderjahres aufgenommen hat und der Urlaub wegen der Wartezeit nicht genommen werden konnte, verfällt der Resturlaub aus dem Vorjahr nicht und er kann stattdessen im gesamten neuen Kalenderjahr genommen werden.


Ausnahme vom Verfall des Resturlaubs wegen Langzeiterkrankung

Ist der Arbeitnehmer in den ersten drei Monaten des neuen Jahres von einer Langzeiterkrankung betroffen, bleibt sein Urlaubsanspruch bestehen, aber er muss diesen nach der Genesung möglichst zeitnah nehmen. Handelt es sich um eine Dauererkrankung verfällt der Anspruch jedoch nach dem Ablauf von 15 Monaten.


Urlaubsanspruch bei einer ordentlichen Kündigung

Wird ein Arbeitsverhältnis beendet, muss der verbleibende Anspruch an Urlaubstagen innerhalb der Kündigungsfrist genommen werden. Sind auch nach dem letzten Arbeitstag noch Urlaubsansprüche offen, müssen diese abgegolten werden. Es spielt dabei keine Rolle, welche Vertragspartei gekündigt hat oder aus welchem Grund die Kündigung erfolgte.


Urlaubsanspruch bei einer außerordentlichen Kündigung

Der Urlaubsanspruch bleibt auch bei einer außerordentlichen Kündigung erhalten. Deshalb muss der Arbeitgeber dem Gekündigten den verbleibenden Anspruch während der Kündigungsfrist gewähren. Gerade bei fristlosen Kündigungen besteht meist ein Interesse daran, nicht mehr im Betrieb zu erscheinen, dann hat der Arbeitgeber die Möglichkeit die verbleibenden Urlaubstage abzugelten.


Urlaub: Urlaubsgeld, Urlaubsentgelt, Urlaubsabgeltung

Was ist der Unterschied zwischen Urlaubsentgelt und Urlaubsgeld?

Urlaubsgeld

Das Urlaubsgeld ist eine freiwillige Zahlung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer. Es handelt sich um eine sogenannte Sonderzahlung, auf die ein Arbeitnehmer keinen grundsätzlichen Anspruch hat. Allerdings kann sich ein Anspruch auf das Urlaubsgeld durchaus aus dem Arbeitsvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder einem Tarifvertrag ergeben.


Urlaubsentgelt

Im Unterschied zum Urlaubsgeld ist das Urlaubsentgelt Teil des regulären Arbeitsentgelts. Beim Urlaubsentgelt handelt es sich um eine gesetzliche Zahlung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer. Dieses wird gezahlt, ohne dass der Arbeitnehmer dafür eine Arbeitsleistung erbringen muss.

 

Was gehört zum Urlaubsentgelt?

Bestandteile der Urlaubsabgeltung

Bei der Berechnung des Urlaubsentgelts ist der gesamte Verdienst im Bemessungszeitraum zu berücksichtigen. Der Bemessungszeitraum beträgt 13 Wochen. Berücksichtigt werden alle Lohnarten, also das gesamte Arbeitsentgelt, einschließlich Akkordlohn, Schmutz-, Gefahren-, Nacht-, Auslandszulagen, Zulagen für Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft, sowie sämtliche anderen Zulagen, Verpflegung und andere Sachbezüge sowie Prämien und Provisionen, außer Umsatz- und Jahresprovisionen.


Zusätzliches Urlaubsentgelt

Ist von einem zusätzlichen Urlaubsentgelt die Rede, ist in aller Regel ein zusätzliches Urlaubsgeld gemeint. Das Urlaubsgeld kann eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers sein. Weil dabei nichts entgolten wird, handelt es sich auch nicht um ein Entgelt. Ist es jedoch eine vertraglich vereinbarte zusätzliche Zahlung an die Mitarbeiter, über das übliche Urlaubsentgelt hinaus, ist die Bezeichnung zusätzliches Arbeitsentgelt durchaus zutreffend.

 

Warum bekommt man Urlaubsentgelt?

Anspruch auf bezahlten Urlaub

Das deutsche Arbeitsrecht sieht nicht nur den Anspruch von Arbeitnehmern auf Urlaub vor, sondern ebenso besteht auch ein Anspruch auf die Weiterzahlung des Arbeitsentgelts während des Erholungsurlaubs. Der bezahlte Erholungsurlaub zielt darauf ab, für den Arbeitnehmer finanzielle Nachteile zu erleiden, weil er den Anspruch auf Urlaub wahrnimmt. Deshalb erhält er während der bezahlten Freizeit des Urlaubs, in etwa dasselbe, was er bekommen hätte, wenn er arbeiten würde.

 

Wie berechnet man das Urlaubsentgelt?

Gesetzliches Urlaubsentgelt

Die Zahlung des Urlaubsentgelts ist durch einen eigenen Paragraphen des Bundesurlaubsgesetzes (BUrlG) geregelt. Demnach bemisst sich das Urlaubsentgelt nach dem Durchschnittsverdienst des Arbeitnehmers in den letzten 13 Wochen vor Urlaubsbeginn. Nicht eingerechnet wird dabei, der für Überstunden gezahlte Arbeitsverdienst.


Urlaubsentgelt bei Teilzeitjobs

Ziemlich oft wechseln Arbeitnehmer von einem Vollzeitjob in einen Teilzeitjob und umgekehrt. Das sorgt immer wieder für Kopfzerbrechen, wenn es um die Berechnung des Urlaubsentgeltes geht. Das Bundesarbeitsgericht entschied 2018, dass während der Vollzeit erworbene Urlaubsansprüche auch entsprechend der Vollzeittätigkeit vergütet werden muss. Dem entgegenstehende Regelungen in Tarifverträgen sind nichtig.


Urlaubsentgelt bei Kurzarbeit

Während der Kurzarbeit haben die betroffenen Arbeitnehmer Einkommenskürzungen hinzunehmen. Diese Kürzungen werden jedoch nicht bei der Berechnung des Urlaubsentgeltes berücksichtigt. Arbeitgeber müssen ihren Mitarbeitern auch während der Kurzarbeit das Urlaubsentgelt in voller Höhe zahlen.


Urlaubsentgelt nach Stundenlohn

Wie weiter oben beschrieben, entspricht das Urlaubsentgelt in der Regel der Vergütung, die der Arbeitnehmer erhalten würde, wenn er tatsächlich arbeitete. In manchen Fällen erhalten Arbeitnehmer jedoch Stundenlohn und die Anzahl der Arbeitsstunden bleibt nicht gleich, sondern ist variabel. Dann muss zur Berechnung des Urlaubsentgelts der Gesamtverdienst der letzten 13 Wochen vor dem Urlaub zusammengezogen werden, um den Durchschnittsverdienst zu ermitteln.

 

Wann erfolgt die Auszahlung des Urlaubsentgelts?

Urlaubsentgelt gibt es vor dem Urlaub

Das Bundesurlaubsgesetz legt fest, wann das Urlaubsentgelt ausgezahlt werden muss. Das Urlaubsentgelt kommt grundsätzlich vor dem Urlaubsantritt zur Auszahlung.


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